RATGEBER · ZEPPELINPOST

Zeppelinpost sammeln – Briefe und Karten aus der Zeit der Luftschiffe

Kaum ein Sammelgebiet verbindet Technik, Abenteuer und Postgeschichte so eng wie die Zeppelinpost. Was dazugehört, welche Fahrten es gab und worauf Sammler achten, zeigen wir hier.

Ansichtskarte Ulm a. D. Einst und Jetzt mit Berblingers Flugversuch 1811 und Zeppelinen über dem Münster

„Ulm a. D. – Einst und Jetzt“: Berblingers Flugversuch von 1811 und Zeppeline über dem Münster, als Feldpost 1918 gelaufen

Zeppelinbeleg 1. Südamerikafahrt 1930 bis Santa Cruz de Tenerife mit Bestätigungs- und Bordstempel

1. Südamerikafahrt 1930: Beleg nur „bis Santa Cruz de Tenerife“ – mit rotem Bestätigungsstempel und Bordstempel

Zeppelin-Postkarte Polarfahrt 1931 mit Bestätigungsstempel

Polarfahrt 1931: Karte mit Polarfahrt-Marke und Bestätigungsstempel, weiter in die USA

Was ist Zeppelinpost?

Als Zeppelinpost bezeichnen Sammler Briefe und Karten, die mit einem Luftschiff befördert wurden – vor allem mit LZ 127 „Graf Zeppelin“ (ab 1928), LZ 129 „Hindenburg“ (1936–1937) und LZ 130 „Graf Zeppelin II“ (1938–1939). Die Post bekam an Bord oder am Abfahrtsort besondere Stempel und wurde am Ziel oder unterwegs weitergeleitet.

Dazu kommen die frühen Zeppelin-Ansichtskarten seit etwa 1908: Sie zeigen die Luftschiffe über Städten und Landschaften und wurden meist mit der normalen Post verschickt. Sie gehören zum Motivsammeln, nicht zur Luftschiffpost im engeren Sinn.

Die bekanntesten Fahrten

  • Amerikafahrt 1928 – die erste Überquerung des Atlantiks von LZ 127 nach Lakehurst.
  • Weltfahrt 1929 – rund um die Welt mit Zwischenlandungen unter anderem in Tokio und Los Angeles.
  • Südamerikafahrten ab 1930 – zuerst als Sonderfahrt, ab 1931 als regelmäßiger Liniendienst nach Brasilien.
  • Polarfahrt 1931 – Fahrt in die Arktis mit Posttausch mit dem sowjetischen Eisbrecher „Malygin“.
  • Chicagofahrt 1933 – Fahrt zur Weltausstellung in Chicago.
  • LZ 129 „Hindenburg“ 1936–1937 – Fahrten nach Nord- und Südamerika bis zum Unglück in Lakehurst am 6. Mai 1937.

Worauf Sammler achten

Fahrt und Strecke

Seltene Fahrten und ungewöhnliche Strecken sind gesuchter als häufige Linienfahrten. Auch die Teilstrecke zählt – etwa ob ein Brief nur bis Sevilla oder bis Südamerika mitfuhr.

Stempel

Der Bestätigungsstempel der Fahrt, Bordpoststempel und Ankunftsstempel zeigen, dass der Beleg wirklich befördert wurde. Fehlen sie, sinkt der Wert deutlich.

Frankatur

Gesucht sind Belege mit den Zeppelinmarken der Fahrt und passendem Porto. Post aus anderen Ländern, die zur Fahrt zugeleitet wurde, ist ein eigenes, oft reizvolles Gebiet.

Echtheit und Erhaltung

Bei Zeppelinpost gibt es Fälschungen von Stempeln und Aufdrucken. Saubere, gut lesbare Stempel und frische Umschläge steigern den Wert.

Zeppelinpost ab 1933

Viele Belege der Jahre ab 1933 tragen Stempel oder Vignetten mit zeitgeschichtlichen Symbolen. In unserem Shop sind diese Symbole in den Bildern unkenntlich gemacht; die Belege selbst sind postgeschichtlich unverändert interessant.

Zeppelinpost im Shop

Briefe, Karten und Ansichtskarten mit Zeppelinen – jedes Stück einzeln beschrieben, mit Fahrt, Stempel und Laufweg.

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