RATGEBER · ANSICHTSKARTEN

Was ist eine alte Ansichtskarte wert?

Die meisten alten Ansichtskarten sind schöne Erinnerungsstücke mit kleinem Sammlerwert – einige wenige sind gesucht und erzielen deutlich mehr. Woran Sie den Unterschied erkennen, zeigen wir hier.

Lithografie Gruss aus Grimmelfingen bei Ulm, 1900

Lithografie „Gruss aus Grimmelfingen bei Ulm“, 1900 – der Gruß steht noch auf der Bildseite

Ansichtskarte Gruss aus dem Schutzgebiet Kamerun, 1901

„Gruss aus dem Schutzgebiet Kamerun“, 1901 – Karten aus den deutschen Kolonien sind gesucht

Ansichtskarte Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung Frankfurt 1909 mit Zeppelin

Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung Frankfurt 1909 – Zeppelin-Motive haben eine eigene Sammlergemeinde

Zuerst: Wie alt ist die Karte?

Das Alter ist nicht alles, aber ein guter Anfang. Einige Merkmale helfen beim Einordnen:

  • Ungeteilte Rückseite: Bis etwa 1905 durfte auf die Rückseite nur die Anschrift. Der Gruß stand deshalb auf der Bildseite, oft quer über das Motiv geschrieben.
  • Geteilte Rückseite: Danach teilt ein Strich die Rückseite in Mitteilung und Anschrift – das typische Bild ab etwa 1905.
  • Briefmarke und Stempel: Marke und Datum im Stempel verraten bei gelaufenen Karten Jahr und Ort ziemlich genau.
  • Format und Papier: Das größere Postkartenformat mit glänzendem Fotopapier oder Hochglanzdruck ist typisch für Karten ab etwa 1960 – diese sind meist in großer Auflage gedruckt worden.

Was den Wert bestimmt

Ort und Motiv

Kleine Dörfer, Gasthäuser, Geschäfte, Bahnhöfe und Straßenszenen mit Menschen sind meist gesuchter als die hundertfach gedruckte Ansicht einer bekannten Sehenswürdigkeit. Dazu kommen beliebte Themen wie die deutschen Kolonien oder Zeppeline.

Herstellung

Lithografien („Gruss aus“-Karten in Farbe), Echtfotokarten und Karten mit Prägung oder Sonderausstattung werden höher bewertet als einfache Massendrucke.

Gelaufen und gestempelt

Eine gelaufene Karte mit gut lesbarem Stempel – etwa eines kleinen Postamts, einer Bahnpost oder eines Sonderstempels – ist für viele Sammler interessanter als eine ungelaufene.

Erhaltung

Knicke, abgestoßene Ecken, Flecken oder ausgeschnittene Marken mindern den Wert. Leichte Gebrauchsspuren gehören zu alter Post aber dazu.

Was meist wenig wert ist

Ehrlich gesagt: Viele Karten erzielen nur kleine Beträge. Dazu gehören Karten ab etwa 1960, häufige Ansichten großer Städte und Urlaubsorte, ungelaufene Serienkarten sowie Glückwunsch- und Feiertagskarten ohne Besonderheit. Ein Karton voll solcher Karten ist vor allem ein schönes Stück Familiengeschichte.

Umgekehrt kann gerade eine unscheinbare Karte aus einem kleinen Ort die gesuchte sein – deshalb lohnt sich ein genauer Blick, bevor Karten aussortiert werden.

Tipps, bevor Sie verkaufen

  • Karten nicht aus Alben lösen und keine Marken abschneiden.
  • Nicht reinigen und nichts beschriften.
  • Zusammengehörige Karten, etwa aus einem Ort oder von einer Familie, zusammenlassen.
  • Für eine erste Einschätzung genügen ein paar Fotos von Vorder- und Rückseite.

Vergleichen im Shop

In unserem Shop ist jede Karte einzeln beschrieben und mit Preis abgebildet – das gibt einen guten Eindruck, was Karten heute kosten.

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Alte Ansichtskarten abzugeben?

Wir sehen uns Ihre Karten gern an – die erste Einschätzung ist kostenlos und unverbindlich, auch wenn sich ein Verkauf am Ende nicht lohnt.

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