RATGEBER · BRIEFMARKEN BESTIMMEN

Was ist eine Michel-Nummer?

In fast jedem Briefmarkenangebot im deutschsprachigen Raum steht eine Michel-Nummer. Was sie bedeutet, wie man die Zusätze liest und wozu sie beim Kaufen und Verkaufen dient, erklären wir hier.

Brief 1872 mit zwei Brustschild-Marken nach Algerien

Brief 1872 mit zwei Brustschild-Marken – jede Marke hat ihre eigene Michel-Nummer, hier 5 und 19

Germania-Zusammendruck mit Andreaskreuz-Feld W 4

Zusammendruck mit Andreaskreuz-Feld und zwei Germania-Marken – Zusammendrucke haben eigene Nummern, hier W 4

Germania-Zusammendruck mit Reklamefeld Apfelwein S 1.7

Germania mit Reklamefeld „Apfelwein“ – ein senkrechter Zusammendruck mit eigener Nummer, hier S 1.7

Die Nummer im Katalog

Die Michel-Nummer ist die Nummer, unter der eine Briefmarke im MICHEL-Katalog verzeichnet ist – dem gebräuchlichsten Briefmarkenkatalog in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Innerhalb eines Sammelgebiets sind die Ausgaben meist in der Reihenfolge ihres Erscheinens durchnummeriert.

Wichtig: Dieselbe Nummer gibt es in jedem Gebiet wieder. Eindeutig ist eine Marke erst mit Gebiet und Nummer, etwa „Deutsches Reich Michel-Nummer 5“ oder „Bayern Michel-Nummer 1“.

Die Zusätze lesen

Hinter der Nummer stehen oft Buchstaben oder Zeichen. Sie unterscheiden Marken, die auf den ersten Blick gleich aussehen:

  • Kleinbuchstaben (a, b, c) – meist verschiedene Farbtöne derselben Marke.
  • Römische Ziffern (I, II) – unterschiedliche Typen, also kleine Unterschiede im Markenbild.
  • Großbuchstaben (A, B) – häufig unterschiedliche Zähnungen, je nach Gebiet auch andere Merkmale.
  • x, y oder Zusätze zum Wasserzeichen – Unterschiede im Papier oder Wasserzeichen.
  • Eigene Nummernreihen für Blöcke, Markenheftchen, Zusammendrucke, Ganzsachen und Dienstmarken – zum Beispiel W 4 oder S 1.7 bei Zusammendrucken.

Wozu man sie braucht

Eindeutig bestimmen

Mit Gebiet und Michel-Nummer weiß jeder Sammler sofort, welche Marke gemeint ist – unabhängig von Sprache und Beschreibung.

Sammlung ordnen

Vordruckalben und Fehllisten sind nach Michel-Nummern aufgebaut. So sieht man schnell, was in der Sammlung fehlt.

Katalogwert einordnen

Der Katalog nennt Richtwerte für postfrisch, ungebraucht, gestempelt und auf Brief. Im Handel liegen die tatsächlichen Preise meist deutlich darunter.

Feine Unterschiede erkennen

Farbe, Zähnung, Papier oder Wasserzeichen können den Wert stark verändern. Dafür braucht man Hilfsmittel wie Zähnungsschlüssel und Wasserzeichensucher.

Andere Länder, andere Kataloge

Im englischsprachigen Raum sind Stanley Gibbons und Scott verbreitet, in Frankreich Yvert & Tellier. Jeder Katalog hat seine eigene Zählung – eine Michel-Nummer lässt sich deshalb nicht einfach in eine andere Katalognummer übersetzen.

Michel-Nummern in unserem Shop

In unseren Briefmarken- und Belegangeboten nennen wir die Michel-Nummer – so sehen Sie sofort, welche Marke Sie kaufen. Wenn Sie Ihre Sammlung verkaufen möchten, müssen Sie nichts selbst bestimmen: Das übernehmen wir.

Weiterlesen und stöbern

Weitere Begriffe rund um Briefmarken, Belege und Ansichtskarten erklären wir in unserer Begriffserklärung.

Begriffe erklärt →  ·  Briefmarkensammlung geerbt →  ·  Zusammendrucke im Shop →

Eine Sammlung abzugeben?

Wir sehen uns Ihre Sammlung gern an und bestimmen die Marken für Sie – die erste Einschätzung ist kostenlos und unverbindlich.

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